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5. Erlebnisbericht Seite 2

Nach erneuter Rücksprache mit meiner Schwester, die meinte :“ Ein-fach weiter“, nahmen wir dankbar das letzte Angebot in Anspruch. Der Junge war überglücklich, dass er in die 2. Klasse durfte. Die Schule war schon von Anfang an sehr anstrengend für ihn. Mittags kam er fast auf allen Vieren nach Hause und war todmüde. Die Hausaufgaben waren selten in weniger als zwei Stunden fertig. Er brauchte eigentlich seit seiner Einschulung meine volle Aufmerksamkeit, war sehr aggressiv, vor allem seinem jüngeren Bruder gegenüber. Wenn er völlig aufgelöst war, klagte er, wie sein Leben doch schwer sei. Er wolle am liebsten nicht mehr leben. In so einem Augenblick habe ich ihm versprochen: "Ich werde Dir helfen. Wir werden die Ursache finden, die Dich so quält und wenn wir dazu Himmel und Hölle in Bewegung setzen müssen! Ich werde nicht eher aufgeben!“ Bevor das erste Schuljahr zu Ende ging, liess ich ihn von einer Kinderpsychiaterin abklären. Sie fand jedoch keine Anhaltspunkte, die auf eine eventuelle Blockade oder spezielle Ängste schliessen liessen. Einmal mehr war die Fachwelt um uns herum ratlos!Ich veranlasste dann einige Stunden Kinesiologie, die für ihn sehr wohltuend waren und sein verletztes Selbstwertgefühl aufbauen halfen.Die Ergotherapie war nun abgeschlossen und endlich begann für ihn das heiss herbeigesehnte Karatetraining, das sein vier Jahre älterer Bruder schon seit längerem besuchte. Der vierte und letzte Block der Tomatis- Therapie brachten dem Jungen sein Lachen wieder zurück, das wir seit dem ersten Kindergartenjahr immer seltener und dann gar nicht mehr gehört haben.Trotz allen Therapien, Fördermassnahmen und Abklärungen war da immer noch ein massives Problem, das den Jungen ganz extrem belastete. Es bremste ihn dermassen ab, dass er nicht in der Lage war, seine Fähigkeiten zu gebrauchen. Meine Schulbesuche waren für mich erschütternde Erlebnisse. Der Junge sass da und jeder konnte sehen, wie er litt!Meine Schwester machte mich dann auf die Winkelfehlsichtigkeit aufmerksam. Ich wusste anfangs nicht so recht, was ich davon halten sollte und zögerte einige Zeit.Sie gab mir die Adresse einer Logopädin, die Kinder auf Wahrnehmungsstörungen hin untersuchte. Wir reisten also quer durch die Schweiz und sie testete den Jungen. Sie vermutete bei ihm eine Winkelfehlsichtigkeit und riet mir, den Jungen augenärztlich untersuchen zu lassen. Das tat ich dann auch, nur ging wieder ein Vierteljahr an uns vorüber, bis wir endlich zum Termin erscheinen konnten. Ich erwähnte den Verdacht auf Winkelfehlsichtigkeit, der dann die Orthoptistin bestätigte. Sie riet zur Schieloperation und versprach die schnellstmögliche Anmeldung für die Voruntersuchungen im Kantonsspital. Nach acht Wochen, die Sommerferien waren mittlerweile vorbei, war die Anmeldung im Spital immer noch nicht eingetroffen. Ich schlief mehrere Nächte kaum noch und hatte wahnsinnig Angst, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, wer den Jungen behandeln soll, denn unterdessen hatte mir die Logopädin die Liste der IVBV- Mitglieder der Ostschweiz geschickt und so rief ich bei Kühnis Brillen in Gossau an. Ich löcherte den Optiker mit meinen Fragen. Wir machten einen Termin ab und ich konnte nach wenigen Tagen den Jungen von ihm testen lassen und wurde endlich ernst genommen mit den massiven Problemen, die unser Kind hatte. Der Junge war ganz fasziniert von dem, was und wie er mit der Testbrille sah. Am liebsten hätte er sie behalten. Er hatte eine grosse Winkelfehlsichtigkeit und der Augenoptiker überwies ihn unverzüglich an den einzigen IVBV- Augenarzt der Ostschweiz. Der Arzt verordnete dem Jungen eine Prismabrille und empfahl die Schieloperation, die er selber vornehmen würde. Er gab ihm eine gute Prognose. Die Schulschwierigkeiten würden rasch besser werden und der Junge würde innert Monaten in der Lage sein, schulisch aufzuholen, meinte er.In den Herbstferien konnte der Junge sich an die starken Prismengläser gewöhnen. Schon nach wenigen Tagen stand er morgens um sieben Uhr auf und war am Mittag trotzdem noch nicht müde.Er sah die Welt zum ersten Mal in seinem Leben klar und dreidimensional! Allmählich wurde sein und mein Leben leichter. Er schlief nach langen Jahren wieder in seinem eigenen Bett. Fünf Wochen, nachdem er seine Brille erhielt, machte ich wieder einmal einen Schulbesuch. Ich ging schweren Herzens dorthin und schaute dem Treiben zu – und war völlig überrascht!Mein Sohn sass schön gerade auf seinem Stuhl und machte aufmerksam am Unterricht mit. Den ganzen Morgen war er konzentriert und blinzelte mir verschmitzt durch seine dicken Prismengläser zu! Eine Woche später brachte er seine erste bestandene Lernkontrolle mit nach Hause. Wir waren sprachlos vor Freude!Die Prismabrille funktionierte!Zwei Wochen später wurde er an seinem schlimmen winkelfehlsichtigen Auge operiert. Drei Tage später sass er wieder in der Schule, mit knallrotem Auge, aber glücklich, weil er plötzlich so gut sah und das sogar ohne Brille.Zwei Wochen nach der Operation wurden wir zu einem Elterngespräch aufgeboten. Ich ahnte, dass da etwas auf uns zukommen würde und hatte mich zuvor beim Augenarzt nochmals eingehend über die Prognosen für Schulkinder nach der Operation erkundigt, er verfügte ja nach unzähligen Operationen über einen reichen Erfahrungsschatz. Seine Praxisassistentinnen befragte ich auch. Ich war zu diesem Zeitpunkt wie auf Nadeln und war über jede Information froh. Meine Schwester meinte zu meinen Befürchtungen, ich solle gerade jetzt, wo der Junge eine deutliche Leistungsverbesserung erbracht habe nicht aufgeben und weiter für ihn einstehen, ich sei es, die sich für ihn einsetzen müsse, er sei darauf angewiesen, weil er völlig hilflos sei. Als Eltern hätte man das Recht und gegenüber dem Kind die Pflicht, nicht immer dem zuzustimmen, was die Lehrer und Schulpsychologen für das Richtige befänden und was das Beste für die Schule sei.Ich hatte viele schlaflose Nächte hinter mir, bis das Gespräch stattfand. Es lief dann auch so, wie ich befürchtet hatte: Er brauche einfach mehr Zeit…, überfordert…, Zurückversetzung in die erste Klasse das Beste…, Chance…, ein Jahr gewonnen…, etc.Es war so enttäuschend. Ich war fassungslos! Da hatte ich mich so bemüht! Hatte die Leute mit Infos versorgt! Der Lehrerin das Gespräch mit dem Augenarzt ermöglicht, damit wir alle denselben Wissensstand gehabt hätten.Dann ergriffen wir das Wort und schöpften aus dem Vollen. Wir argumentierten, hinterfragten und widerlegten den Vorschlag so lange, bis man dem Jungen eine Gnadenfrist von drei Monaten gewährte. Er durfte bis Ostern in der Klasse bleiben und wenn die Leistungen ungenügend wären, dann wäre er in die erste Klasse zurück versetzt worden. Die gewährte Frist war natürlich äusserst knapp bemessen und knallhart für den Jungen.Sechs Wochen nach der Operation bekam er seine neuen zierlichen Prisma-Brillengläser. Dann waren nur noch ein paar wenige Wochen bis Ostern. In mir nagte das Entsetzen, wenn ich daran dachte, dass schon bald wieder so ein Gespräch stattfinden sollte. Mit grösster Besorgnis musste ich das Kind in die Schule schicken, im Wissen, dass eine Prüfung stattfinden würde! Mit grossem Bangen warteten wir die Prüfungsergebnisse ab!Es war eine schreckliche Zeit!Dann kam der Tag des Elterngesprächs. Wir hatten die Prüfungen zwar fast alle gesehen, freuten uns darüber und waren sehr froh, dass bis auf eine Note alle genügend bis gut waren, doch eine fehlte noch!Da sassen wir, der Junge und wir Eltern, der gutgelaunten Lehrerin gegenüber und hörten zu. Seine Leistungen seien deutlich gestiegen und anhand des Notendurchschnittes werde er im Sommer in die dritte Klasse kommen! Dann hielt sie uns freudestrahlend das besagte Prüfungsblatt hin. Rechnen: 5-6! Wir waren sprachlos! Selbst der Junge war masslos überrascht! Mehrmals fragte er nach, ob das stimme, dass er eine 5-6 habe. Er war überwältigt vor Freunde, dass er in die dritte Klasse kommen würde! Die Lehrerin sagte, sie sei froh, dass man noch abgewartet habe, es hätte sich gelohnt.Seit so vielen Jahren wollte er nur eines: dass endlich einmal etwas gut war, was er geleistet hatte. So oft hatte er sich bemüht, hatte alles gegeben und nie war es gut. „ Für Dich ist das ganz gut!“ solches Lob hatte er oft hören müssen, und es wäre besser gewesen, es wäre nichts gesagt worden. Lob mit Frustfaktor.In den Osterferien hat ihm meine Schwester ein Training, das er jeden Tag machen muss, speziell nach seinen Bedürfnissen zusammengestellt. Es heisst Handle und ist ein nicht standardisiertes Assessment- und Behandlungsverfahren, bei dem Schwierigkeiten in der neurologischen Entwicklung festgestellt und in einem gezielten Training zu Hause angegangen werden können, damit effizienteres Funktionieren und Lernen im Alltag möglich wird.Wenige Wochen vor den Sommerferien meinte die Logopädin, Logopädiestunden aufgeben könne!Jetzt ist der Bub in der 3. Klasse. Vor Kurzem wurden seine Brillengläser nochmals ein bisschen angepasst. Ich hatte bemerkt, dass die Leistungen stagniert waren, die Schrift mehr Mühe machte, die Dauer der Hausaufgaben angestiegen war und dass er nicht mehr gut zugehört hat!Als wir die Brille zum Einsetzen der neuen Gläser zu Kühnis Brillen brachten, war er ausser sich, dass er sich für zwei, drei Stunden von seiner Brille trennen musste. Völlig zerknirscht hockte er im Auto und lamentierte: „ So lange ohne Brille. Ich will doch kein blinder Passagier sein!“Uns ist ein riesengrosser, schwerer Stein vom Herzen gefallen. Wir sind sehr froh, dass unser Kind jetzt die Chancen hat, ein erfolgreiches, normales und glückliches Leben führen zu können. Wir sind froh, dass wir ihm geholfen haben die Vorraussetzung zu schaffen, seine Fähigkeiten und seine Intelligenz erblühen zu lassen. Ohne Eigeninitiative, ohne die Beratungen meiner Schwester und ganz besonders ohne die Top-Arbeit der Leute, welche die Ursache der Probleme beheben konnten, ganz besonders die Behandlung der Sehprobleme, die unser Kind am meisten gequält haben, und die Geduld der Lehrerin während diesen schwierigen ersten beiden Schuljahre, wäre dem Kind ein Leben im Abseits als verachteter, unfähiger, schwererziehbarer und äusserst frustrierter Mensch geblieben, der nicht viele Gründe gehabt hätte, in unserer leistungsorientierten Gesellschaft glücklich zu werden!Unsere beiden anderen Kinder sind, wie dies oft der Fall ist, ebenfalls winkelfehlsichtig und tragen auch Prisma- Brillen.Beide haben ihre Schulprobleme rasch überwunden und würden ihre Brillen auch nicht mehr hergeben.Dem Ältesten geht es viel besser in der Schule. Er macht wesentlich weniger Schreibfehler, liest besser und muss weniger lernen.Der jüngste Sohn hatte Probleme mit seiner Schrift und dem Lesen. Wenige Wochen nach dem Erhalt der Brille waren die Probleme bereits verschwunden.Kürzlich sollte er mir als Hausaufgabe einen Text vorlesen. Weil er mit der Schule Schwimmunterricht hatte, habe ich ihm gesagt, er solle seine Brille zu Hause lassen und so hatte er sie nicht auf, als er begann mir vorzulesen. Es war eine armselige Sache! Er konnte kaum ein einziges Wort auf Anhieb richtig lesen und hatte überhaupt nichts vom Inhalt verstanden. Schlussendlich war er so frustriert und wütend, dass er am liebsten das Buch weit weg geschmissen hätte! Da ich in der Küche arbeitete, konnte ich nicht verstehen, warum der Junge plötzlich so miserabel las. Da fiel mir ein, dass er vermutlich die Brille nicht aufhatte, schaute zu ihm ins Wohnzimmer und hatte Recht! Er holte seine Brille, fing nochmals an zu lesen und las nun fliessend. Er lachte zwischendurch, was mir bewies, dass er die drollige Geschichte verstanden hatte! B.M.

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